Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden
Eine ökumenische Friedensschrift über Dialog, Friedenslogik, Abrüstung und die Verantwortung der Kirchen in Zeiten von Krieg und Militarisierung.
Die Friedensschrift „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“ wurde 2026 von Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Schäfer und Theodor Ziegler vorgelegt. Sie erschien als digitale Erstausgabe am 11. Mai 2026 in der Reihe edition pace, herausgegeben in Kooperation mit dem Ökumenischen Institut für Friedenstheologie.
Worum geht es?
Die Friedensschrift verbindet biblische Friedensethik mit Erkenntnissen moderner Friedens- und Konfliktforschung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie politische Konflikte nicht durch Abschreckung, Eskalation und Feindbilder, sondern durch Dialog, Selbstkritik, Völkerrecht und zivile Konfliktbearbeitung überwunden werden können.
Ausgangspunkt ist die Friedensbotschaft Jesu. Besonders die Bergpredigt wird als Orientierung für politisches und gesellschaftliches Handeln verstanden. Begriffe wie Schalom, Feindesliebe, Perspektivwechsel und Goldene Regel werden mit dem Konzept der Friedenslogik verbunden.
Zentrale Gedanken
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Frieden meint auch Gerechtigkeit, Schutz des Lebens, Überwindung von Feindbildern und die Bereitschaft, die Perspektive der anderen Konfliktseite ernst zu nehmen.
Besonders deutlich wird dies am Leitsatz der Schrift: Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Gemeint ist damit keine Verharmlosung von Gewalt oder Unrecht, sondern die Einsicht, dass Kriege ohne Gesprächsbereitschaft, Diplomatie und wechselseitige Sicherheitsgarantien kaum beendet werden können.
Am Beispiel des Ukrainekrieges fragen die Autorinnen und Autoren nach Wegen, Gewaltspiralen zu durchbrechen. Dabei wird der russische Angriff nicht gerechtfertigt. Zugleich fordert die Schrift dazu auf, auch westliche Politik selbstkritisch zu betrachten und verpasste Chancen für eine gemeinsame europäische Sicherheitsordnung zu benennen.
Aufgaben der Kirchen
Die Schrift fordert die Kirchen auf, sich klarer als Friedenskirchen zu positionieren. Sie sollen sich gegen gesellschaftliche Militarisierung, gegen Feindbildpflege und gegen eine Verengung von Sicherheit auf militärische Stärke wenden.
Stattdessen sollen Kirchen zivile Konfliktbearbeitung, Kriegsdienstverweigerung, Abrüstung, Völkerrecht und eine Kultur der Gewaltfreiheit stärken. Dazu gehört auch die Forderung nach militärischer Abrüstung und nach einer deutlichen Unterstützung internationaler Verträge zur Begrenzung und Abschaffung von Atomwaffen.
Warum der Text wichtig ist
Die Friedensschrift ist ein Beitrag zur aktuellen Debatte über Krieg, Aufrüstung und Friedensethik. Sie widerspricht der Vorstellung, Sicherheit könne dauerhaft vor allem durch militärische Stärke erreicht werden, und setzt stattdessen auf Dialogfähigkeit, Fehlerfreundlichkeit, Perspektivwechsel und gewaltfreie Konfliktbearbeitung.
Damit richtet sich der Text nicht nur an Kirchen und christliche Organisationen, sondern auch an Menschen in Politik, Gesellschaft und Friedensbewegung, die nach Alternativen zur gegenwärtigen Eskalationslogik suchen.
Vollständige Friedensschrift als PDF
Die vollständige digitale Ausgabe kann hier gelesen und heruntergeladen werden:
Bibliografischer Hinweis:
Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Schäfer, Theodor Ziegler: Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Eine ökumenische Friedensschrift 2026. Reihe edition pace, digitale Erstausgabe, 11. Mai 2026. Herausgegeben in Kooperation mit dem Ökumenischen Institut für Friedenstheologie.
