US-Mittelstreckenraketen: Warum die Ersatzdebatte am Kern vorbeigeht
Der Erhard-Eppler-Kreis kritisiert die aktuelle Diskussion um neue Mittelstreckenraketen in Europa als strategisch verkürzt. Im Mittelpunkt steht nicht die einzelne Rakete – sondern die militärische Infrastruktur dahinter.
Worum geht es?
Nachdem Donald Trump die geplante Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland gestoppt hat, diskutieren Politik und Militär über mögliche europäische Alternativen: modernisierte Taurus-Systeme, neue europäische Projekte wie „ELSA“, Tomahawk-Nachbauten oder sogar türkische Raketen.
Laut dem Beitrag wird dabei jedoch ein zentraler Punkt ausgeblendet: Moderne Raketen funktionieren heute nicht mehr isoliert. Sie sind Teil komplexer militärischer Netzwerke aus Satelliten, Drohnen, KI-Systemen, Datennetzen und Kommandozentralen – sogenannter „Multi-Domain“-Strukturen.
Die USA besitzen diese globale Infrastruktur bereits. Europa dagegen nicht. Selbst bei eigener Raketenproduktion bliebe Europa daher weiterhin stark von amerikanischer Technologie, Aufklärung und Steuerung abhängig.
Kritik an der aktuellen Debatte
- Die öffentliche Diskussion konzentriert sich auf einzelne Waffensysteme statt auf die dahinterliegende Gesamtarchitektur.
- Europa verfüge aktuell nicht über die notwendige digitale und militärische Infrastruktur für echte strategische Eigenständigkeit.
- Ein solcher Ausbau könne Eskalationsrisiken erhöhen und Entscheidungszeiten gefährlich verkürzen.
- Die enormen Kosten würden zudem Ressourcen aus Bereichen wie Bildung, Infrastruktur oder Gesundheit abziehen.
Mützenichs Forderung nach Abrüstung
Der Beitrag verteidigt ausdrücklich die Position von Rolf Mützenich, der statt neuer Aufrüstung erneut über Abrüstung und Rüstungskontrolle sprechen möchte.
Die Autoren argumentieren, dass Trumps Stopp der US-Stationierung eine seltene politische Pause geschaffen habe. Diese sollte genutzt werden, um die grundsätzliche Sicherheitsstrategie Europas neu zu bewerten – statt sofort neue Raketenprojekte zu starten.
Als historischer Bezug wird auf den INF-Vertrag von 1987 verwiesen, der einst zur Begrenzung von Mittelstreckenraketen in Europa beitrug.
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