Werner Rügemer zum 1. September: „Friedensaktiv statt kriegstüchtig“
In einer Rede zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkriegs bei ver.di in Hamburg verbindet Werner Rügemer seine Kritik an Aufrüstung und deutscher Friedenspolitik mit sozialen und wirtschaftlichen Fragen. Er vertritt die Auffassung, dass steigende Militärausgaben und der Abbau sozialstaatlicher Leistungen Teil einer Politik seien, von der vor allem große Konzerne und Finanzinvestoren profitierten.
Ausführlich thematisiert Rügemer prekäre Beschäftigung, Renten, steigende Wohnkosten und Privatisierungen. Dabei zeichnet er eine Entwicklung nach, die für ihn mit dem wirtschaftlichen Umbau Ostdeutschlands nach 1990 und den Arbeitsmarktreformen der folgenden Jahrzehnte zusammenhängt. Seine Kritik richtet sich gegen verschiedene frühere und gegenwärtige Bundesregierungen sowie gegen große Finanzakteure wie BlackRock.
Rügemer fordert eine breiter aufgestellte Friedensbewegung, die Friedenspolitik stärker mit sozialen Fragen verbindet. Beschäftigte, Arbeitslose, Rentner, Mieter, Pflegekräfte, Lehrer, Plattformbeschäftigte, Umwelt- und Frauenbewegungen sowie Mittelständler und Kommunen sollten seiner Auffassung nach stärker gemeinsam gegen Aufrüstung und soziale Kürzungen aktiv werden. Als Beispiel für neue Formen des Engagements nennt er unter anderem die Kölner Initiative „Aufruf70plus“, die Jugendliche bei der Wehrdienstverweigerung unterstützt.
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