Presseschau: Kriege, Friedenspolitik und Militarisierung
Die folgende Zusammenstellung enthält Beiträge zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien, zu internationalen Konflikten, Rüstungsexporten, künstlicher Intelligenz im Militär sowie zu Initiativen der Friedensbewegung. Ergänzend stehen Präsentationsfolien zu den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zur Verfügung.
Gespräche zwischen Washington und Moskau – Papst fordert Verhandlungen
Nach Berichten der Frankfurter Rundschau führten hochrangige Vertreter der USA und Russlands Ende September Gespräche über mögliche Wege zur Beendigung des Ukraine-Krieges und über künftige Energiekooperationen. Die Kontakte knüpften an vorherige Gespräche amerikanischer Vertreter in Moskau an.
Papst Leo XIV. appellierte unterdessen an die politischen Verantwortlichen, wieder miteinander zu sprechen und nach Lösungen für ein Ende des Krieges zu suchen. Bei einem Besuch in Frankreich warnte er zudem vor zunehmender Gewalt und einer internationalen Eskalation.
Russland-Analysen: Kriegswirtschaft, hybride Angriffe und Wahlen
Ausgabe 486 der Russland-Analysen untersucht die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb der russischen Kriegswirtschaft und die Belastbarkeit regionaler Haushalte. Weitere Beiträge befassen sich mit dem russisch-ukrainischen Luftkrieg, mutmaßlichen hybriden Angriffen, der politischen Opposition und den Duma- und Regionalwahlen.
Die Ausgabe vereint wissenschaftliche Analysen, Kommentare, Dokumentationen und Hinweise zur politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Russlands.
Russland-Analysen als PDF lesen →EU-Sanktionen gegen Publizisten: Meinungsfreiheit in Gefahr?
Deutschlandfunk Kultur beschäftigt sich mit EU-Sanktionen gegen Publizisten, denen eine Unterstützung russischer Einflussoperationen vorgeworfen wird. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Kontensperrungen und Reisebeschränkungen.
Der Beitrag von Thomas Kruchem thematisiert die Kritik an diesen Sanktionen und die Frage, ob dabei rechtsstaatliche Grundsätze und die Meinungsfreiheit ausreichend gewahrt werden.
Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur lesen →Israel vor der Wahl: Ein polarisiertes Land
Der Nahostexperte Peter Lintl analysiert für die Stiftung Wissenschaft und Politik die politische Lage Israels vor der für den 27. Oktober 2026 vorgesehenen Wahl. Nach den vorliegenden Umfragen zeichnet sich keine eindeutige Mehrheit für das Regierungslager um Benjamin Netanyahu oder für die Opposition ab.
Lintl beschreibt vier mögliche Szenarien für die Regierungsbildung und untersucht die politischen Unterschiede zwischen den Lagern. Dabei geht es insbesondere um die Zukunft der israelischen Demokratie und den weiteren Umgang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt.
Ergänzend berichtet n-tv über Proteste während einer Rede Netanyahus bei den Vereinten Nationen.
Gaza im Mittelpunkt der UN-Generaldebatte
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die internationale Debatte zum Gazakrieg und zur Anerkennung eines palästinensischen Staates bei den Vereinten Nationen. Zahlreiche Redebeiträge befassten sich mit der Situation der palästinensischen Bevölkerung und den Perspektiven einer Zweistaatenlösung.
In einem ergänzenden Kommentar kritisiert Sina-Maria Schweikle die Haltung Deutschlands. Sie sieht die Bundesregierung angesichts der internationalen Debatte zunehmend isoliert und wirft ihr mangelnde Konsequenz im Umgang mit der Situation in Gaza vor.
In Kiel gebaut: Israels neues U-Boot „INS Drakon“ erreicht Haifa
Das in Kiel von TKMS gebaute U-Boot „INS Drakon“ ist nach seiner Überführung in Israel eingetroffen. Es handelt sich um das sechste und letzte U-Boot der Dolphin-Reihe und zugleich um das größte U-Boot der israelischen Marine.
Die Lieferung ist Teil der langjährigen deutsch-israelischen Rüstungskooperation. Umstritten sind insbesondere die militärischen Einsatzmöglichkeiten und die von Fachleuten diskutierte Möglichkeit einer atomaren Nachrüstung.
Bericht bei n-tv lesen →Aktion Aufschrei fordert Rüstungsexportstopp für die Golfregion
Die Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ kritisiert eine Allgemeingenehmigung der Bundesregierung, durch die bestimmte Rüstungsexporte in Staaten der Golfregion und in die Ukraine erleichtert werden sollen.
Die Organisation sieht darin eine problematische Schwächung der Exportkontrolle und warnt vor einer weiteren militärischen Eskalation. Sie fordert strengere Genehmigungsverfahren, ein wirksames Rüstungsexportkontrollgesetz und den Verzicht auf Waffenlieferungen an Konfliktparteien in der Region.
Pressemitteilung lesen →BBC: Suizidversuche während des Einsatzes eines US-Flugzeugträgerverbandes
Nach einem Bericht der BBC teilte die US-Marine mit, dass acht Angehörige des Flugzeugträgerverbandes um die „USS Abraham Lincoln“ während eines langen Einsatzes Suizidversuche unternommen hätten.
Der Bericht thematisiert Sorgen von Familienangehörigen über die psychische Belastung der Besatzungen sowie Kritik an den Lebens- und Arbeitsbedingungen während längerer militärischer Einsätze. Die Marine verweist auf vorhandene seelsorgerische und psychologische Betreuungsangebote.
BBC-Bericht lesen →„KI ist die Atombombe für alle“ – Warnung vor unkontrollierbarer Technologie
In einem Leitartikel des Tages-Anzeigers vergleicht Christof Münger die Risiken fortgeschrittener künstlicher Intelligenz mit der atomaren Bedrohung. Er entwirft unter anderem ein Szenario, in dem autonome KI-Systeme einen nuklearen Konflikt auslösen könnten.
Der Autor argumentiert, dass die Erfahrungen aus der Rüstungskontrolle des Kalten Krieges Anhaltspunkte für den internationalen Umgang mit den Risiken künstlicher Intelligenz bieten könnten.
Leitartikel lesen →IMI-Factsheet: Potenziell autonome Waffensysteme
Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) beschäftigt sich in einem Factsheet mit der Entwicklung von Waffensystemen, die Ziele mithilfe automatisierter Verfahren und künstlicher Intelligenz erkennen und bekämpfen können.
Der Beitrag verweist auf Warnungen vor einem internationalen Rüstungswettlauf und auf Forderungen nach einem Verbot autonomer Angriffswaffen, die ohne menschliche Steuerung eingesetzt werden.
IMI-Factsheet lesen →Kooperation für den Frieden ruft zu bundesweiten Aktionen auf
Die Kooperation für den Frieden warnt vor einer zunehmenden militärischen Konfrontation zwischen Russland und dem Westen. Sie fordert eine Rückkehr zu Diplomatie und Verhandlungen, internationale Rüstungskontrolle, Abrüstung und eine Stärkung der Vereinten Nationen.
Für Anfang Oktober wurden mehrere Protestveranstaltungen angekündigt, darunter Aktionen gegen die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die NATO sowie Demonstrationen in Berlin und Stuttgart. Der Aufruf betont die Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Friedensordnung.
Folien zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Ergänzend zur Presseschau stehen Präsentationsfolien zu den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung als PDF zur Verfügung.
Die Folien können als begleitendes Material zur weiteren Beschäftigung mit den Themen der Friedensarbeit genutzt werden.
Präsentationsfolien als PDF öffnen →