Kriege, Diplomatie und Militarisierung – Beiträge und Hintergründe
Wie entwickeln sich die Kriege in der Ukraine und in Westasien? Welche Rolle spielen die USA, Russland, China und Europa? Und welche Auswirkungen hat die zunehmende Militarisierung auf Politik und Gesellschaft?
Die folgende Zusammenstellung versammelt 16 Nachrichten, Analysen, Kommentare und Veranstaltungshinweise. Sie beleuchtet unterschiedliche Perspektiven auf internationale Konflikte, die Bedeutung des Völkerrechts und Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktbearbeitung.
Die Beiträge stammen aus unterschiedlichen Medien und Organisationen. Ihre Einschätzungen und Positionen geben nicht zwangsläufig die Auffassung von AMOS e.V. wieder.
Neue Spannungen zwischen Trump und Selenskyj
US-Präsident Donald Trump verschärft seine Kritik am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und stellt die bisherige Unterstützung der Ukraine infrage. Selenskyj wiederum beklagt Verzögerungen bei der Lieferung von Luftabwehrraketen. Die unterschiedlichen Darstellungen zeigen die wachsenden Spannungen zwischen Washington und Kiew.
Artikel bei der Tagesschau lesen →Putin schlägt Trump und Xi einen Ukraine-Gipfel vor
Berichten zufolge hat Russland ein mögliches Treffen zwischen Wladimir Putin, Donald Trump und Xi Jinping am Rande des Apec-Gipfels vorgeschlagen. Die Aussicht auf Verhandlungen der drei Großmächte wirft Fragen nach der Beteiligung der Ukraine und Europas sowie nach den Bedingungen eines möglichen Kriegsendes auf.
Artikel der Süddeutschen Zeitung lesen →Editorial: Donald Trump hilft Russland, den Krieg zu gewinnen
In einem deutlich formulierten Leitartikel wirft die Redaktion des Kyiv Independent der US-Regierung vor, mit ihrer jüngsten Russland- und Ukrainepolitik die russische Kriegsführung zu begünstigen. Kritisiert werden insbesondere energiepolitische Vereinbarungen, Sanktionserleichterungen und mögliche Einschränkungen militärischer Unterstützung. Der Beitrag ist eine Stellungnahme aus ukrainischer Perspektive.
Englischen Leitartikel lesen →Dreier-Gipfel mit Trump, Xi und Putin – Albtraum für Europa
Jens Münchrath warnt vor einer möglichen Verständigung zwischen den USA, China und Russland über die Köpfe Europas und der Ukraine hinweg. Der Kommentar erinnert an historische Großmachtkonferenzen und fragt, welche Folgen eine solche Verhandlungskonstellation für die europäische Sicherheitsordnung hätte.
Kommentar im Handelsblatt lesen →US-Reporter Gershkovich über seine Haft in Russland
Der Journalist Evan Gershkovich berichtet in einem Interview über seine 16-monatige Haft in Russland, seine Begegnungen mit dem russischen Sicherheitsapparat und seine Erfahrungen mit dem Gefängnissystem. Das Gespräch vermittelt Einblicke in die politischen Machtstrukturen und den Umgang mit unabhängiger Berichterstattung.
Interview im Tagesspiegel lesen →Abfuhr mit Ansage – warum Gespräche mit Moskau trotzdem wichtig sind
Thomas Greminger und Christos Katsioulis analysieren das ergebnislose Treffen von Bundesaußenminister Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow. Ihr Argument: Trotz verhärteter Positionen braucht Europa eine eigenständige diplomatische Gesprächsschiene mit Russland, um bei Verhandlungen über eine nachhaltige Friedensordnung nicht außen vor zu bleiben.
Analyse im IPG-Journal lesen →Donald Trump ist politisch bankrott – und was nun?
Der Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman vergleicht Trumps politische Lage mit der eines wirtschaftlich gescheiterten Unternehmens. Er warnt in seinem Kommentar davor, dass ein Präsident, der eine Wahlniederlage befürchtet, zu besonders riskanten Entscheidungen greifen könnte. Im Mittelpunkt stehen die US-Innenpolitik, der Ukrainekrieg und die Gefahr einer erneuten Eskalation gegenüber Iran.
Originalkommentar auf Substack lesen →US-Militär bereitet sich auf mögliche neue Iran-Angriffe vor
Axios berichtet über militärische Planungen für eine mögliche Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen gegen Iran. Eine endgültige Entscheidung sei zum Zeitpunkt des Berichts nicht getroffen worden. Der Artikel beleuchtet die möglichen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Folgen einer erneuten Eskalation.
Englischen Artikel bei Axios lesen →Russland bietet sich als Vermittler im Iran-Konflikt an
Russland signalisiert Bereitschaft, bei der Beilegung des Konflikts zwischen Iran, den USA und Israel zu vermitteln. Gleichzeitig betonen Moskau und Teheran ihre enge politische Zusammenarbeit. Der Bericht zeigt die komplexen Interessen und Verbindungen der beteiligten Staaten.
Bericht im Tagesspiegel lesen →Israelische Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland
Nach Medienberichten haben maskierte israelische Siedler eine europäische Diplomatendelegation im Westjordanland angegriffen. Der Vorfall reiht sich in Berichte über Gewalt gegen palästinensische Bewohner und internationale Beobachter ein. Der Artikel thematisiert die Reaktionen europäischer Politiker und die Forderung nach einem Ende der Straflosigkeit.
Bericht bei n-tv lesen →Völkerrecht konsequent achten und durchsetzen
Die juristische Initiative fordert die Bundesregierung auf, internationales Recht konsequent anzuwenden. Für den 24. Oktober 2026 kündigt sie in Berlin ein weiteres „Gaza Tribunal“ an, bei dem die deutsche Verantwortung im Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza aus juristischer Perspektive diskutiert werden soll. Die Initiative spricht dabei von einer deutschen Mitverantwortung für einen Genozid.
Initiative und Veranstaltung ansehen →Reservedienst soll verpflichtend werden
Der Bundestag berät über ein Gesetz zur Stärkung der Bundeswehrreserve. Vorgesehen ist eine deutliche Erhöhung der Zahl der Reservistinnen und Reservisten sowie eine Einschränkung der bisherigen Freiwilligkeit bei Übungen. Während Befürworter die Verteidigungsfähigkeit stärken wollen, kritisieren Wirtschaftsvertreter und die Linksfraktion mögliche Eingriffe in die Selbstbestimmung der Betroffenen.
Artikel bei der Tagesschau lesen →Bundeswehr ermittelt wegen sexualisierten Fehlverhaltens
Bei einer Ausbildungseinheit des Sanitätsdienstes in Sachsen-Anhalt wird gegen mehrere Personen wegen mutmaßlicher Dienstvergehen ermittelt. Die Vorwürfe umfassen sexualisiertes Fehlverhalten; in mehreren Fällen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Bericht fragt auch nach Führungsverantwortung und dem Umgang der Bundeswehr mit solchen Vorfällen.
Bericht bei ZDFheute lesen →Resilienz in der Friedensarbeit
Wie bleiben Menschen und Organisationen unter Druck handlungsfähig? Ein Online-Austausch des PZKB beschäftigt sich mit Resilienz in der Friedensarbeit. Diskutiert werden persönliche Belastbarkeit, tragfähige Beziehungen, organisatorische Strukturen und die Frage, wann Anpassungsfähigkeit auch zur Hinnahme ungerechter Bedingungen führen kann.
Ort: Online
Erfolgsbedingungen für gewaltfreien Systemwandel
Ein Online-Studientag des Instituts für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung untersucht die Voraussetzungen gesellschaftlicher Veränderungen ohne Gewalt. Im Mittelpunkt stehen Macht und Zustimmung, strukturelle Gewalt, Alternativen zum Kapitalismus und die Handlungsfähigkeit sozialer Bewegungen angesichts ökologischer Krisen und autoritärer Entwicklungen.
Ort: Online
Nein zum Krieg! Ja zu …?
Die gemeinsame Herbsttagung des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees, von Church & Peace, den Quäkern und dem Versöhnungsbund setzt sich mit Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsdienstverweigerung auseinander. Sie fragt, wie aus der Ablehnung des Krieges konkrete Perspektiven für Gewaltfreiheit, gesellschaftlichen Widerspruch und eine friedliche Zukunft entstehen können.
Ort: Thomashof, Karlsruhe
Clemens Ronnefeldt – Zusammenstellung von 16 Beiträgen und Veranstaltungshinweisen zu Krieg, Friedenspolitik und Militarisierung, Oktober 2026.
Die einzelnen Beiträge stammen aus den jeweils genannten Medien und Organisationen. Die Auswahl und Weitergabe erfolgte durch Clemens Ronnefeldt. Die vertretenen Positionen geben nicht zwangsläufig die Auffassung von AMOS e.V. wieder.
