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Pax Christi-Newsletter vom 18.2.26

Veröffentlicht am Februar 19, 2026Februar 19, 2026 by Daniel Weidlich

Liebe Friedensfreund:innen,

anbei leiten wir Euch Informationen und Meldungen für Eure Friedensarbeit weiter.

Herzliche Grüße

Esther Mydla
pax christi-Generalsekretärin


24. Internationale Münchner Friedenskonferenz

Gegen den Strom der Gewalt

Auch in diesem Jahr standen zwei zentrale Abendveranstaltungen im Mittelpunkt der Friedenskonferenz, die sich bewusst als Alternative zur Münchner Sicherheitskonferenz positioniert.

Den Auftakt bildete am Freitagabend, dem 13. Februar, die Veranstaltung „I Refuse“ – ein Plädoyer für Kriegsdienstverweigerung als Widerstand gegen Staat und Militär.

In Zeiten neuer Wehrpflichtdebatten, umfassender Aufrüstung und militärischer Eskalationen in Europa gewinnt das Thema Kriegsdienstverweigerung erneut an politischer und gesellschaftlicher Brisanz. Am Umgang mit Kriegsdienst zeigt sich, ob eine Gesellschaft bereit ist, die Kriegspläne ihrer Regierungen und Militärs aktiv mitzutragen – oder ob sie diesen die Gefolgschaft verweigert.

Kriegsdienstverweigerung ist daher weit mehr als eine individuelle Gewissensentscheidung: Sie ist ein grundsätzlicher politischer Akt, der staatliche Gewalt, Militarisierung und Kriegsvorbereitung infrage stellt.

Der Abend beleuchtete die vielfältigen Motive, Bedeutungen und politischen Dimensionen der Kriegsdienstverweigerung aus internationaler Sicht und anhand persönlicher Schicksale. Auf dem Podium kamen Kriegsdienstverweigerer:innen aus Israel, Russland und der Ukraine zu Wort, die ihre Erfahrungen und Standpunkte teilten.

Am Samstagmorgen boten zwei Workshops wertvolle Einblicke in kreative und interaktive Methoden politischer Bildung:

  • Caren Niemann arbeitete mit Methoden des Theaters der Unterdrückten und ermöglichte eine intensive Auseinandersetzung mit Macht, Unterdrückung und Widerstand.
  • Harald Hellstern (pax christi / Rüstungsexportkampagne) leitete ein interaktives Planspiel zu den Dynamiken von Rüstungsexporten. Die Teilnehmenden übernahmen verschiedene Rollen – von Friedensbewegung bis Regierung – und diskutierten Positionen in einem fiktiven Entscheidungsprozess.

Am Samstagabend lud die Friedenskonferenz die Journalistin und Publizistin Kristin Helberg mit ihrem Format „Zeit zu Reden“ ein. Thema war:

„Sanktionen und Boykotte als Mittel von Politik und Zivilgesellschaft – Eine Reflexion über gewaltfreie Formen von Druck und Widerstand in Kriegszeiten.“

Parallel fanden weitere Veranstaltungen statt, darunter:

  • Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz
  • Ökumenisches Friedensgebet
  • Nachbereitungsveranstaltung mit Augenzeugenberichten
  • Interreligiöses Friedensgebet

Den gesamten Bericht von Martin Pilgram mit weiterführenden Links finden Sie online.


Auslobung

Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2026

Die Stadt Weimar verleiht 2026 zum 32. Mal den Menschenrechtspreis an Einzelpersonen und Organisationen, die sich trotz staatlicher Gewalt oder Verfolgung für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen.

Bisher wurden 38 Frauen und Männer aus 27 Ländern ausgezeichnet, die sich unermüdlich für die Durchsetzung der Menschenrechte engagieren. Ziel bleibt eine Welt, in der alle Menschen gleiche Rechte und Chancen haben und in Frieden und Freiheit leben können.

Viele Menschenrechtsverteidiger:innen sind weltweit täglichen Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt, wenn sie sich für Kinderrechte, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Umweltschutz oder gegen Krieg einsetzen. Die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen, wie schnell universelle Menschenrechte eingeschränkt werden können.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte belegen zudem, dass die öffentliche Aufmerksamkeit durch die Preisverleihung Schutz vor Repressalien bieten kann. Die Stadt Weimar bleibt mit den Preisträger:innen verbunden und unterstützt sie langfristig.

Organisationen, Vereine, Gruppen und Einzelpersonen können Vorschläge bis April 2026 einreichen.

Dotierung: 5.000 €

Mit besten Grüßen aus Weimar

Ulrike Schwabe
Ausländerbeauftragte


Termine

21.02.2026 – 10:00 Uhr

Evangelisches Zentrum Berlin
Georgenkirchstr. 69/70

Frieden stiften – aber wie?

Ökumenischer Studientag

Der Konvent der Ökumenebeauftragten im Sprengel Berlin und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin laden alle Interessierten zum jährlichen Ökumentreffen ein.

Programm

  • 10:00 Uhr – Begrüßung
  • 10:15 Uhr – Bibelteilen
  • 11:15 Uhr – Schwerpunktthema: Frieden stiften, aber wie? Die neue Friedensdenkschrift der EKD

Mitwirkende

  • Dr. Friederike Krippner, Direktorin der Evangelischen Akademie zu Berlin
  • Dr. Stefan Silber, Wissenschaftlicher Beirat von pax christi Deutschland

24.02.2026 – 17:00 Uhr

Online

Sudan: Mögliche Wege zum Frieden?

Pax Christi International lädt gemeinsam mit The Journal of Social Encounters zu einem aktuellen Gespräch über die Lage im Sudan ein.

Der Sudan erlebt seit Jahren eine schwere humanitäre und politische Krise. Trotz eskalierender Gewalt, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen bleibt die Situation oft unbeachtet.

Im Mittelpunkt des Webinars stehen:

  • aktuelle Entwicklungen im Sudan
  • gewaltfreie Aktionen und zivilgesellschaftliches Engagement
  • internationale Dynamiken des Konflikts

Pax Christi International setzt sich seit Jahren für inklusive Friedensprozesse, den Schutz der Zivilbevölkerung und eine gerechte Perspektive für die Menschen im Sudan ein. 2025 fanden dazu u. a. die Webinar-Reihe „Sudan Speaks“ sowie weitere Initiativen statt.

Programm und Anmeldung:
https://paxchristi.net/event/sudan-possible-paths-to-peace/


Kontakt

pax christi – Deutsche Sektion e.V.
Feldstraße 4, 13355 Berlin
Tel.: 030 200 76 78 0
E-Mail: sekretariat@paxchristi.de
Web: www.paxchristi.de

Amos

erscheint aus guten Gründen seit 1968 im Ruhrgebiet

Ist seit 1968 widerborstig und unabhängig.

Eine der wenigen noch präsenten Streitschriften aus dem herrschafts-kritischen, linken Zusammenhang der letzten Jahrzehnte und der Gegenwart

Regional und global, interkulturell, religionssensibel im „Konziliaren Prozess zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“.

Bringt alle drei Monate 24 Seiten, mit dem Blick von links-unten, aus der Sicht auch von Jüngeren.

Es sind kritische Beiträge zu den wichtigen Themen in einer für „Strukturwandel“ beispielhaften Region wie das Ruhrgebiet, geschrieben von engagierten Autorinnen und Autoren.

ABO: 20 € jährlich mit 4 Ausgaben Kostenloses Probeexemplar oder Abo bestellen bei KONTAKT.

Im gleichen Sinn haben wir den AMOS-Verein, s. bei KONTAKT.

Übrigens: „Wer sagt: ‚Hier herrscht Freiheit‘, der lügt; denn Freiheit herrscht nicht“. Erich Fried (1921 – 1988)

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