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Hiroshima mahnt: Deutschland muss für nukleare Abrüstung eintreten

Veröffentlicht am Juli 30, 2026Juli 30, 2026 by Daniel Weidlich

Anlässlich der Gedenktage zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und
Nagasaki (6. und 9. August 1945) erklärt pax christi Deutschland:
Hiroshima mahnt: Deutschland muss für nukleare Abrüstung eintreten
Am 6. und 9. August jähren sich zum 81. Mal die Atombombenabwürfe auf
Hiroshima und Nagasaki. In Hiroshima starben bis Ende 1945 etwa 140.000
Menschen, in Nagasaki 74.000 Menschen. Zehntausende überlebten schwer
verletzt, viele litten ihr Leben lang an den Folgen.
Matsui Kazumi, Bürgermeister von Hiroshima und Präsident der „Mayors for
Peace“, forderte zum 80. Gedenktag 2025 die Abschaffung aller Atomwaffen
und erinnerte an die Toten und das Leid der Überlebenden, der Hibakusha:
„Die Grundlage für Hiroshimas Friedenswillen ist die eindringliche Bitte der
Hibakusha, dass niemand sonst so leiden sollte wie sie.“
Mit dem Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ engagiert sich pax christi für
einen Kurswechsel in der Sicherheitspolitik Deutschlands und erwartet von
der Bundesregierung, die nukleare Teilhabe in der NATO zu beenden, die US-
Atombomben aus Büchel abzuziehen und den UN-Atomwaffenverbotsvertrag,
der 2021 in Kraft getreten ist, zu unterzeichnen. „Auch neuen europäischen
nuklearen Teilhabemodellen, etwa mit Frankreich, muss eine Absage erteilt
werden. Sonst wird der Atomwaffen-Nichtverbreitungsvertrag aufgeweicht,
und immer mehr Staaten werden nach der Bombe greifen wollen.“ – so die
Vorsitzende von pax christi, Birgit Wehner.
Weltweit gibt es rund 12.000 Atomwaffen. 4.000 davon sind zu sofortiger
Einsatzbereitschaft aktiviert. 119 Milliarden US-Dollar gaben die
Atomwaffenstaaten im Jahr 2025 für Erhalt, Anschaffung und Modernisierung
ihrer Atomwaffenarsenale aus. Obwohl der Internationale Gerichtshof (IGH)
der UN schon vor 30 Jahren – am 8. Juli 1996 – in einem Gutachten klargestellt
hat, dass die Drohung mit Atomwaffen und der Einsatz von Atomwaffen
generell dem humanitären Völkerrecht widersprechen, kommen die
Atomwaffenstaaten ihrer Verpflichtung zu vollständiger nuklearer Abrüstung
gemäß dem Nichtverbreitungsvertrag nicht nach.
Atomwaffen sind mit dem humanitären Völkerrecht nicht zu vereinbaren,
denn sie können nicht zwischen Kriegsbeteiligten und Zivilisten
unterscheiden, sie verursachen extreme Qualen, wirken durch die Strahlung
unbegrenzt, zerstören die Umwelt, ziehen unbeteiligte Staaten in
Mitleidenschaft und bedrohen den gesamten Planeten mit Vernichtung. Unter
Berücksichtigung des Völkerrechts schreibt das Bundesjustizministerium auf
seiner Internet-Seite: „Jede Anwendung von Atomwaffen ist ein
Völkerrechtsverbrechen.“ Dementsprechend fordert pax christi, auch auf die
Drohung mit Atomwaffen zu verzichten und das Trainieren des Einsatzes von
Nuklearwaffen bei Atomkriegsmanövern zu unterlassen.
Pax christi erinnert an die Worte von Papst Franziskus bei seinem Besuch in
Hiroshima am 24. November 2019: „Aus tiefer Überzeugung möchte ich
bekräftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr
denn je ein Verbrechen ist, nicht nur gegen den Menschen und seine Würde,
sondern auch gegen jede Zukunftsmöglichkeit in unserem gemeinsamen Haus.
Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso
der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist, wie ich schon vor zwei Jahren
gesagt habe. Wir werden darüber gerichtet werden. Die neuen Generationen
werden unser Scheitern verurteilen, wenn wir zwar über Frieden geredet, ihn
aber nicht mit unserem Handeln unter den Völkern der Erde umgesetzt haben.
Wie können wir von Frieden sprechen, während wir an neuen, furchtbaren
Kriegswaffen bauen?“
An den Gedenktagen werden auch pax-christi-Gruppen an die Opfer erinnern
und weltweite atomare Abrüstung sowie die Unterzeichnung des
Atomwaffenverbotsvertrags durch die Bundesregierung einfordern.

Amos

erscheint aus guten Gründen seit 1968 im Ruhrgebiet

Ist seit 1968 widerborstig und unabhängig.

Eine der wenigen noch präsenten Streitschriften aus dem herrschafts-kritischen, linken Zusammenhang der letzten Jahrzehnte und der Gegenwart

Regional und global, interkulturell, religionssensibel im „Konziliaren Prozess zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“.

Bringt alle drei Monate 24 Seiten, mit dem Blick von links-unten, aus der Sicht auch von Jüngeren.

Es sind kritische Beiträge zu den wichtigen Themen in einer für „Strukturwandel“ beispielhaften Region wie das Ruhrgebiet, geschrieben von engagierten Autorinnen und Autoren.

ABO: 20 € jährlich mit 4 Ausgaben Kostenloses Probeexemplar oder Abo bestellen bei KONTAKT.

Im gleichen Sinn haben wir den AMOS-Verein, s. bei KONTAKT.

Übrigens: „Wer sagt: ‚Hier herrscht Freiheit‘, der lügt; denn Freiheit herrscht nicht“. Erich Fried (1921 – 1988)

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