Hinweis zum Ursprung:
Der folgende Veranstaltungshinweis stammt aus einer Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Text wird hier sinngemäß wiedergegeben. Anmeldung und weitere Informationen über den Original-Link.
40 Jahre Tschernobyl
Die Geschichte und ihre neue Gegenwart
Veranstaltung:
Donnerstag, 23. April, 17:30 – 21:00 Uhr (MESZ)
Ort:
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Anmeldung:
https://crm-gate.boell.de/crm/anonurl.php?u=85751
Hintergrund
„Tschernobyl“ steht für weit mehr als einen Reaktorunfall.
Am 26. April 1986 begann mit der Katastrophe eine Phase massiver radioaktiver Belastung, Todesfälle, der Einrichtung einer Sperrzone und der Umsiedlung hunderttausender Menschen in den damaligen Sowjetrepubliken Belarus und Ukraine.
Der Unfall machte zugleich den Zerfall des sowjetischen Systems sichtbar.
Gleichzeitig wurde Tschernobyl zu einem Wendepunkt im gesellschaftlichen Bewusstsein in Europa. Die Katastrophe zeigte die Risiken der Atomenergie für Mensch und Umwelt und führte in vielen Ländern zum Ende geplanter Atomkraftprojekte. Bürgerbewegungen gegen Atomkraft erhielten starken Zulauf.
1986 gilt deshalb als wichtige Zäsur in der Wahrnehmung technologischen Fortschritts. Im selben Jahr erschien auch Ulrich Becks Buch „Risikogesellschaft“, das die Risiken moderner Technologien stärker ins öffentliche Bewusstsein rückte.
Für die politische Entwicklung der grünen Bewegung spielte Tschernobyl ebenfalls eine wichtige Rolle. Die breite gesellschaftliche Unterstützung für einen Atomausstieg wurde zu einem zentralen politischen Thema.
Aktuelle Bedeutung
Vier Jahrzehnte später ist das Thema wieder hochaktuell.
Im Krieg gegen die Ukraine beschießt Russland unter anderem die Schutzhülle des Reaktors in Tschornobyl (ukrainische Schreibweise). Darüber hinaus wurden mehrere nukleare Anlagen besetzt oder beschädigt. Kritische Infrastruktur rund um Reaktoren wurde gezielt angegriffen.
Die russische Atomindustrie bleibt zudem ein geopolitisches Instrument der russischen Außenpolitik.
In Deutschland ist die Diskussion seit dem endgültigen Atomausstieg vor drei Jahren ruhiger geworden. Die Veranstaltung fragt deshalb:
Was bleibt von Tschernobyl / Tschornobyl – für Europa, Politik und Gesellschaft?
Diskussion mit
- Rebecca Harms – Anti-Atomkraft-Aktivistin, ehemalige Europaabgeordnete
- Tatiana Kasperski – Politikwissenschaftlerin, Södertörn University (Schweden)
- Olexi Pasyuk – Geschäftsführer der ukrainischen Umweltorganisation Ecoaction
- Carla Reemtsma – Klimaaktivistin, Sprecherin Fridays for Future Deutschland
- Frank Uekötter – Technik- und Umwelthistoriker, Ruhr-Universität Bochum
Teilnahme
Vor Ort:
Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Plätze sind begrenzt. Bei voller Auslastung wird die Veranstaltung in weitere Räume übertragen.
Livestream:
Alternativ kann die Veranstaltung auch ohne Anmeldung online verfolgt werden.
Sprachen:
Deutsch und Englisch mit Simultandolmetschung.
Veranstaltungsort:
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Kontakt:
Dr. Clara Frysztacka
Referat Zeitgeschichte
Heinrich-Böll-Stiftung
clara.frysztacka@boell.de
Robert Sperfeld
Referat Ost- und Südosteuropa
Heinrich-Böll-Stiftung
robert.sperfeld@boell.de
