Zum Red Hand Day fordert das Deutsche Bündnis Kindersoldaten die Bundesregierung auf, Kindern aus Kriegsgebieten Asyl zu gewähren und die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe rückgängig zu machen. Eine Pressemeldung macht auf die weltweite Rekrutierung von Kindersoldaten, fehlende Schutzangebote und die dramatischen Folgen sinkender Hilfsgelder aufmerksam – verbunden mit einem eindringlichen Appell eines ehemaligen Kindersoldaten, betroffene Kinder nicht allein zu lassen.
| Pressemeldung vom 11.02.2026Ex-Kindersoldat appelliert an die Bundesregierung: „Lassen Sie diese Kinder nicht allein“Zum Red Hand Day am 12. Februar: Bündnis Kindersoldaten fordert Asyl für Kinder aus Kriegsgebieten und eine dringende Rücknahme der massiven Kürzungen der humanitären Hilfe Anlässlich des morgigen Red Hand Day, des internationalen Aktionstages gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldatinnen und Soldaten, fordert das „Deutsche Bündnis Kindersoldaten“ die Bundesregierung auf, Kindern und ihren Familien aus Kriegsgebieten Asyl zu gewähren und die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe rückgängig zu machen. In über 20 Ländern weltweit werden Kinder und Jugendliche in Kriegen und bewaffneten Konflikten getötet, verletzt, entführt, sexuell missbraucht und als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert. Die meisten von den Vereinten Nationen dokumentierten Rekrutierungen von Kindersoldatinnen und -soldaten fanden in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia statt. Die für Kinder tödlichsten Kriegsgebiete durch Bombenangriffe, Minen oder Feuergefechte waren Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete, der Sudan, Myanmar und Burkina Faso. Wegen stark sinkender Mittel fehlt humanitäre Hilfe vielerorten oder ist bei weitem nicht ausreichend. Außerdem wurde sie insbesondere in Kriegsgebieten so stark behindert wie nie zuvor, besonders in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten, Afghanistan, Haiti, Ukraine, Äthiopien und Myanmar. „Aus vielen dieser Länder fliehen Kinder und ihre Familien in Nachbarländer und einige auch bis nach Deutschland, sie brauchen dringend Schutz. Leider führt eine zunehmend restriktive Asylpraxis von Behörden und Politik hierzulande dazu, dass selbst ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten, die schwerst traumatisiert sind, von Abschiebung bedroht sind“, sagt Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten, einem Zusammenschluss von neun Organisationen.„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig psychologische Hilfe, Sicherheit und Bildung für ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten ist“, sagt Innocent Opwonya, der als 10-Jähriger von einer bewaffneten Gruppe, der Lord‘s Resistance Army, in Uganda entführt und gezwungen wurde, Kindersoldat zu sein. Nach mehreren Monaten konnte er fliehen. „Nach meiner Flucht hat mich die Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen in Uganda gerettet, ich hatte großes Glück und bin dafür sehr dankbar. Jetzt setze ich mich für Kinder in Kriegsgebieten ein. Ich appelliere mit meiner roten Hand an jeden Einzelnen und an die Bundesregierung: Lassen Sie diese Kinder nicht allein, unterstützen Sie sie vor Ort und wenn sie in Deutschland Zuflucht suchen und setzen Sie sich für die friedliche Lösung bewaffneter Konflikte ein.“ „Wir appellieren dringend an die Bundesregierung, die Mittel für humanitäre Hilfe wieder mindestens auf das Niveau von 2023 anzuheben“, sagt Frank Mischo von der Kindernothilfe, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten. „Diese wurden seitdem trotz des dramatisch steigenden Bedarfs um 1,7 Mrd. € gekürzt, während die Verteidigungsausgaben um 50 Mrd. € gestiegen sind. Diese Zahlen zeigen: Das Geld ist da. Statt in Aufrüstung muss die Bundesregierung vor allem in Krisenprävention, Frieden und Entwicklung investieren und darf dabei Kinder in Kriegsgebieten nicht vergessen. Durch die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe Deutschlands um über 60% seit 2023 haben mehrere Millionen Menschen in Not den Zugang zu dringend benötigter Hilfe verloren, Kinder verhungern, verdursten und erliegen Krankheiten, weil Medikamente fehlen.“ Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll der Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft getreten, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. Anlässlich dieses Red Hand Day am 12. Februar, dem Tag gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldat*innen, ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Schon über eine halbe Million Menschen in über 50 Ländern haben weltweit mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten protestiert. Auch in diesem Jahr finden Rote-Hand-Aktionen in zahlreichen deutschen Städten wie Berlin, Stuttgart, Osnabrück, Duisburg und Bergisch-Gladbach statt. Viele der neun Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten unterstützen weltweit Hilfsprojekte für Kindersoldatinnen und -soldaten. Für Rückfragen und Interviews: Die Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:Frank Mischo, Kindernothilfe, Tel.: 02 03 / 77 89-129, frank.mischo@knh.deRalf Willinger, Terre des Hommes, Tel.: 05 41 / 71 01-108, r.willinger@tdh.deInnocent Opwonya, ehemaliger Kindersoldat, Kontakt über Terre des Hommes Weitere Informationen:kindersoldaten.info redhandday.org aktion-rote-hand.de Das neue Faktenpapier „Kindersoldat*innen auf der Flucht – Schutz durch Asyl, Traumaheilung, Bildung und Frieden“ mit Zahlen und Fakten zu den sechs schweren Kinderrechtsverletzungen in bewaffneten Konflikten und Informationen zu Hilfsprojekten im bewaffneten Konflikt in Myanmar finden Sie unter www.kindersoldaten.info Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK, FRIEDENSBAND, Kindernothilfe, Dt. NK des Lutherischen Weltbundes, missio, pax christi, Quäker-Hilfe Stiftung, Terre des Hommes, World Vision |
| Pressemeldung vom 09.02.2026Demokratie in Rojava darf nicht untergehenErklärung der pax christi-Kommission Friedenspolitik Die pax christi-Kommission Friedenspolitik blickt mit großer Sorge auf die politischen Entwicklungen in Syrien nach dem Sturz von Präsident Assad Ende 2024. Sie hat früh im syrischen Bürgerkrieg vor einem durch einen Umsturz entstehenden Machtvakuum und einer Gewaltumkehr gegen die alawitischen, christlichen und kurdischen Minderheiten gewarnt. Die Ereignisse des vergangenen Jahres 2025 mit Massakern an Alawiten und Drusen, aber auch Übergriffen gegen Christen haben unseren Warnungen recht gegeben. Der neue syrische Machthaber Al Scharaa wurde von westlichen Staaten akzeptiert und hofiert in der Erwartung, bald Geflüchtete nach Syrien zurückführen zu können. Sehr kritisch muss vor allem auf die angespannte Situation im kurdischen Autonomiegebiet Rojava geblickt werden, das vorbildhaft ist in der Gleichberechtigung von Frauen und der Koexistenz zwischen den Religionen und Gesellschaftsentwürfen im Norden Syriens. Nun aber geht die syrische Armee, die bereits den Großteil des ölreichen kurdischen Teils Nordostsyriens überrannt hat, extrem zielstrebig gegen die verbliebene Enklave Rojava mit ihren Hauptorten Kobane und Kamishli vor. Ein am 30. Januar 2026 geschlossenes Abkommen zwischen der kurdischen Führung und Staatschef Al Sharaa wird von den USA als Meilenstein gefeiert, gleicht aber de facto einer Zwangskapitulation und bedeutet das Ende der Selbstverwaltung. Seit Wochen gehen in europäischen Städten Kurd:innen auf die Straße, finden Aktions- und Veranstaltungswochen, Solidaritätserklärungen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus über 40 Ländern und vieles mehr statt, um Unterstützung auf den Erhalt Rojavas zu lenken und der Vernachlässigung der Eskalationsgefahr durch die europäische Politik Ausdruck zu geben. Rojava darf nicht sterben – wir dürfen nicht aufhören, für diesen Gesellschaftsentwurf einzustehen, mit ihm zu lernen und seine Existenz und sein demokratisches, gemeinwohlorientiertes Gesellschaftsmodell zu verteidigen. |
| pax christi-Gruppe NordharzNein zum geplanten Bundeswehr-Camp auf dem Brocken!Im Mai diesen Jahres will die Bundeswehr ein zweiwöchiges Karrierecamp auf dem Brocken abhalten. Die pax christi-Gruppe Nordharz reagierte darauf mit folgender Stelungnahme:Wir wollen nicht den Worten des Landrats Thomas Balcerowski widersprechen, dass die Bundeswehr in die Mitte der Gesellschaft gehört, wie übrigens auch der Zivilschutz, Rettungsdienst und eine Friedensbewegung als Gegenpol zu einer derzeitigen übermäßigen Rüstungs- und Militarisierungsdebatte. Aber der Brocken ist nicht die Mitte der Gesellschaft, sondern die Mitte des Nationalparks, wie sich auch schon die Nationalparkverwaltung berechtigt gegen diese Planungen gewehrt hat. Der Brocken steht für Erholung, Freizeit und Natur und war bis 1989 militärisches Sperrgebiet, um einmal daran wieder zu erinnern. Der Abzug des sowjetischen Militärs wurde als Befreiung erlebt, und nun soll dieser höchste Punkt, wenn auch nur auf Zeit, wieder militärisch »besetzt« werden. Das kann und darf nicht sein. Die Bundeswehr ist kein Freizeitunternehmen, Abenteuerspielplatz oder Reiseunternehmen in fremde Länder, wie sie sich gern in ihren Werbungen inszeniert. Damit werden junge Menschen getäuscht. Getäuscht auch durch eine freie Fahrt auf den Brocken, als gebe es dies alles umsonst. Nein, hier geht es um Leben und Tod. Insofern widerspricht das Vorhaben auch Prinzipien schulischen Lernens. Der sog. „Beutelsbacher Konsens“ setzt seit 1976 Maßstäbe für politische Bildung. Darin heißt es: „Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der ‚Gewinnung eines selbständigen Urteils‘ zu hindern.“ Das widerspräche dem Ziel, Schüler*innen in die Lage zu versetzen, eine politische Situation und die eigenen Interessen ohne sachfremde Beeinflussung analysieren zu können. Auch die Zeit um Pfingsten für so ein Camp zu nehmen, die Zeit in der Christen den Heiligen Geist als Gemeinschaftsstifter und Friedensbringer feiern, ist ein Adront. „Statt einer Kultur der Erinnerung, die das im 20. Jahrhundert gewonnene Problembewusstsein bewahrt und die Millionen Opfer jenes Jahrhunderts nicht vergisst, werden Kommunikationskampagnen und Bildungsprogramme in Schulen und Universitäten sowie in den Medien vorangetrieben, die Bedrohungswahrnehmungen verbreiten und eine rein militärisch geprägte Vorstellung von Verteidigung und Sicherheit vermitteln.“ (Papst Leo zum Weltfriedenstag 2026). Wir widersprechen entschieden einem solchen Karrierecamp der Bundeswehr auf dem Brocken. Eine Petition richtet ich gegen gegen das geplante Brockencamp in Hinblick auf den Naturschutz.https://www.change.org/p/nein-zum-geplanten-bundeswehr-camp-auf-dem-brocken Folgende Presseberichte beschäftigen sich ebenfalls mit dem Thema:https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/trotz-kritik-bundeswehr-haelt-an-karrierecamp-auf-dem-brocken-fest,bundeswehr-1002.htmlhttps://taz.de/Bundeswehr-auf-dem-Brocken/!6148930/https://www.die-linke-goslar.de/aktuelles/themen/detail/news/pressemitteilung-4/ |
| Diskurs EKD-Denkschrift„Welt in Unordnung“Liebe Freundinnen & Freunde in der katholischen Friedensarbeit, soeben ist unsere friedensbewegte Dokumentation zum aktuellen Diskurs über die EKD-Schrift „Welt in Unordnung“ als Buch erschienen (https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html). Das Werk von „Solidarischer Kirche im Rheinland“ und „Ökumenischem Institut für Friedenstheologie“ konnte ohne ‚Budget‘ realisiert werden, die Bearbeitung erfolgte ehrenamtlich und alle Beitragenden/Zusender haben auf Druck-Belege verzichtet. Deshalb sind die Verbreitung als Digitalversion (zur freien Weiterleitung …) und das Angebot einer non-profit-Buchausgabe (Paperback „on Demand“) möglich (bitte bei Interesse das Buch mit ISBN im Handel bestellen, nicht über uns: 300 Seiten, 12,99 Euro). Wir würden uns freuen, wenn viele Leute durch Mailings, Internetveröffentlichungen etc. oder gar Verschenken der Buchausgabe an Persönlichkeiten in der Kirche (bzw. „Rezensent:innen“) die „Umdenkschrift“ bekannt machen. Dazu enthält diese Zusendung fünf nützliche Anlagen. Für jegliche Hilfe und jeden Zuspruch sei ein herzlicher Dank ausgesprochen. Es ist ermutigend, wie viele wunderbare Christenmenschen und andere sich in der Frage von „Krieg und Frieden“ nicht auf ein bloßes Zuschauen verlegen! Die Aufsätze und Wortmeldungen im Band geben ein deutliches Zeugnis. Als Herausgeber habe ich heute unabhängig noch einen weiteren Beitrag veröffentlicht, der weit über das kurze Vorwort zur neuen Sammlung hinausgeht (nachlesbar im Internet hier: https://overton-magazin.de/top-story/evangelische-kirchenleitung-fuer-kriegstuechtigkeit/). Zum weiteren Weg erscheint es mir bedeutsam, gemäß dem Vorschlag von Theo Ziegler – losgelöst vom Kontext der „Großkirchenkritik“ – überzeugende friedensethische und friedenstheologische Perspektiven zu vermitteln; sehr vordringlich auch das Konzept der Sozialen Verteidigung: Wer dem gesellschaftlichen und sozialen Gefüge Mittel in Billionenhöhe zugunsten der profitablen Todesindustrien entzieht, schwächt ausgerechnet jene Felder, die allein ein Gemeinwesen stark machen können wider Gewalt von innen und von außen. Vonnöten ist Aufklärung über die Irrationalität einer solchen Politik, die zudem unverdrossen das Wachstum des „rechten Sektors“ fördert. Mit gutem Gruß aus Düsseldorf: salaam! – schalom! Peter Bürger |
| Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!Neuer Koordinator für die KampagneAls neuer Koordinator von Aktion Aufschrei möchte ich euch heute das erste Mal mit aktuellen Informationen zu unserem Thema versorgen und mich bei der Gelegenheit selbst kurz vorstellen.Als ein Gründungsmitglied der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. bin ich seit dreißig Jahren aktiv in der Friedensbewegung und habe vor alle zu den Themen Sicherheitspolitik in Ostasien und zu Rüstung und Rüstungsindustrie gearbeitet. Ich bin nun bei Aktion Aufschrei eingestiegen um den Prozess der Neuausrichtung unseres Bündnisses voran zu treiben und mit zu gestalten. Ein wesentlicher Punkt meiner Arbeit wird es also sein, ein offenes Ohr für eure Ideen und Anregungen zu haben: was immer ihr denkt, was wir besser machen können, welchen Punkt wir aufgreifen müssten oder wie wir argumentieren soll, teilt es mir gerne mit! Das Thema Rüstungsexporte ist in den Hintergrund der Debatte gerutscht, aber es ist zu wichtig und die Folgen des Exportes sind nach wie vor zu verheerend, um es aus dem Blick zu verlieren. Ihr erreicht mich am einfachsten per mail: a.seifert@aufschrei-waffenhandel.de. Doch nun zum Thema:Die Bundesregierung hat jüngst ihre Zahlen zu den Rüstungsexporten im Jahr 2025 vorgelegt (https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/02/20260206-ruestungsexportpolitik-der-bundesregierung-im-jahr-2025.html) und auch wenn diese scheinbar ein wenig nach unten gegangen sind, so ist dies leider keine positive Nachricht. Der Teufel steckt wie immer ein wenig im Detail. Ein immer größerer Teil der Angaben und Exporte verschwinden in einen anderen Bereich: die direkten Genehmigungen nehmen ab, die lediglich angezeigten Exporte, die aufgrund von Allgemeinen Genehmigungen (AGGs) erfolgen, nehmen zu; der Export von „Waffen“ nimmt ab, der von „Rüstungsgütern“ nimmt zu. Die Problematik dahinter ist, dass Bestandteile von Waffensystemen immer leichter in ein anderes Land verbracht werden können, wo sie dann montiert und als Waffen dann weiterverkauft werden – sozusagen unter Umgehung einer klaren Dokumentation und der deutschen Exportkontrolle. Diese Form der Exporterleichterung ist nicht neu – sorgen wir dafür, dass sie sichtbar und kritisiert wird. Die Reisen des deutschen Bundeskanzlers nun standardmäßig von der Rüstungsindustrie begleitet und auch das Thema Rüstungsexport und Rüstungskooperation ist regelmäßig dabei Thema. Gerade der Besuch des Kanzlers in der Golfregion, wo Herr Merz in seiner saloppen Art sich um das Thema der Menschrechtverletzung und anderer Vorwürfe an das autokratische Regime vor Ort mit „das debattieren wir hinter verschlossenen Türen“ und „man könne die ja nicht unter Generalverdacht stellen“ herausreden wollte, sind ein Signal dafür, dass auch bei Rüstung nun der Aspekt des Geschäfts im Vordergrund steht. Wir von Aktion Aufschrei haben hierzu eine Presserklärung verfasst, die, und das ist vielleicht sogar eine positive Nachricht, breiter in der Presse aufgegriffen wurde. Zitate in der taz, der ZEIT, den Deutschen Wirtschaftsnachrichten oder bei NTv, sowie einer Reihe weiterer Nachrichtendienste zeigen für mich an, dass eine Stimme, wie Aktion Aufschrei wichtige Impulse in die Debatte geben kann und der Kurs der immer weiter gehenden Erleichterung von Exporten, kein Konsens in der Gesellschaft ist. Viele GrüßeAndreas Seifert |
| Termine 16.02.2026 I 13:30 UhrBerlin Auswärtiges Amt Werderscher Markt 1Unterschriftenübergabe Am kommenden Montag übergeben IPPNW, Palästinensische Gemeinde Deutschland und Amnesty im Rahmen eines Lobbygesprächs mehr als 14.000 Unterschriften, die sie und wir für die Freilassung des palästinensischen Arztes Dr. Hussam Abu Safiyah gesammelt haben, an das Auswärtige Amt. https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/israel-und-besetztes-palaestinensisches-gebiet-arzt-freilassen Vor der Übergabe der Unterschriften machen wir gemeinsam mit zwischen 13.30 und 14.15 Uhr eine kleine und kurze Aktion, um für seine Freilassung zu protestieren. Wir werden dafür NICHT öffentlich über Social Media etc. mobilisieren, aber wenn von Euch oder aus Euren Organisationen Mitglieder teilnehmen wollen, würden wir uns natürlich freuen. |
| 18.02.2026 I 18:00 UhrMainz Campus JGU Philosophicum Jakob-Welder-Weg 18 Hörsaal P1 TitelFrieden im KongoVortrag und Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Denis Mukwege, Friedensnobelpreisträger 2018Der Osten der Demokratischen Republik Kongo befindet sich in einer der schwersten sozialen, politischen und humanitären Krisen der Gegenwart. Diese ist durch eine komplexe Mischung aus politischen Spannungen, bewaffneten Konflikten und illegalem Rohstoffhandel geprägt. Über dreißig Jahre hinweg wurde dieser Konflikt auf dem Rücken der Frauen ausgetragen. Sieben Millionen Menschen leben als Binnengeflüchtete in dem Land unter unvorstellbar schweren Bedingungen. Obwohl im Jahr 2025 in Doha ein Friedensabkommen ausgehandelt wurde, hat sich aus der Sicht vieler Menschen in der DR Kongo wenig geändert. Wir fragen nach den Ursachen, welche Wege es zu einem gerechten Frieden geben kann und welche Rolle die Frauen in diesem Prozess spielen. Die Veranstaltung wird übersetzt aus dem Französischen. Gesamtmoderation: Dr. Gisela Schneider Prof. Dr. Denis Mukwege ist Gynäkologe, Menschenrechtsaktivist und Gründer des Panzi-Hospitals in Bukavu. Er fordert eine unmittelbare Beendigung der kongolesischen Trägodie. Dr. Christelle Beti, Vorsitzende des deutsch-kongolesischen Jugendinstituts mit Sitz in Köln und ebenfalls Gynäkologin, floh als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie setzt sich heute für die Rechte der Frauen und Mädchen in ihrem Heimatland ein. Gesprächsmoderation: Thomas Schneider |
| 09.03.2026 I 20.00 UhrOnlineEinladung zur Vorbereitung einer Initiative ‚Nein zum Kriegsertüchtigungsplan der Kirchen‘Liebe Friedensaktive in unseren Kirchen! Seit dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine wird staatlicherseits versucht, die Gesellschaft auf einen möglichen Krieg vorzubereiten. Mit dem bisher noch inter-nen Arbeitspapier der Kirchen unter dem Titel „Ökumenisches Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis und Verteidigungsfall“ (auch „Geistlicher OP-Plan“ genannt) wird versucht, die evangelische und katholische Kirche in diese Vorbereitungen auf kriegerische Auseinandersetzungen einzubeziehen. Die „Krisenresilienz“ in einem Verteidigungs-, Spannungs- oder NATO-Bündnisfall wird zum Narrativ für Kriegsplanungen. Eine solche Kriegsertüchtigung der Kirchen lehnen wir ab. Krieg, der nach Gottes Willen nicht sein soll, bedeutet immer Not und Elend, Krankheit, Verletzung und Tod. Unsere kirchliche Aufgabe ist die geistliche und seelsorgerliche Begleitung der Menschen, nicht aber die Beteiligung an Anstrengungen, unsere Kirchen kriegstüchtig zu machen! Aus den Reihen der Initiative Christlicher Friedensruf kam die Idee, kirchlich Mitarbeitende in Deutschland zu einer Verweigerung der Mitarbeit an kriegsvorbereitenden Maßnahmen aufzurufen und für die Unterschrift einer entsprechenden Erklärung zu gewinnen. Einen Vorschlag für so eine Erklärung hat Prof. Gottfried Orth, Mitglied im Ökumenischen Institut für Friedenstheologie, gemacht. Er lautet: Erklärung für eine Kirche, die ihrer seelsorgerlichen und geistlichen Aufgabe treu bleibt – „Ich halte alle Maßnahmen und Vorkehrungen für gefährlich, die auf das Verhalten im Kriegsfall vorbereiten sollen. Nur kriegspräventive Maßnahmen kann ich vertreten. Ich lehne deshalb als Beschäftigte/Beschäftigter im Bereich der Kirchen jede Schulung oder Fortbildung für den Kriegsfall ab und werde mich daran nicht aktiv beteiligen. Ich lehne weiterhin jede Maßnahme ab, die den im Krieg verletzten oder getöteten Soldatinnen oder Soldaten und deren Angehörigen den Vorrang vor der Begleitung der Zivilbevölkerung gibt. Das ändert nichts an meiner Bereitschaft, in allen Notfällen meine seelsorgerliche und geistliche Hilfe zur Verfügung zu stellen.“ Die Vorbereitung dieser Aktion unter dem Titel „Nein zum Kriegsertüchtigungsplan der Kirchen“ hat federführend die Kommission Friedenspolitik von pax christi übernommen und lädt Sie und Euch zu einer Zoom-Konferenz am 9. März 2026, 20 Uhr, ein. Nur Angemeldete können an der Zoom-Konferenz teilnehmen. Die Zugangsdaten zur Zoomkonferenz werden 2 Tage vorher versendet. Anmeldungen und Rückfragen per Mail an wolfgangkramer49@gmx.de Dr. Susanne Edel Wolfgang KramerNetzwerk Friedensinitiative pax christi, Kommission Friedenspolitik |
| 13. – 15.03.2026 I 17:45 UhrBaden-Baden Cistercienserinnen-Abtei Lichtenthal Hauptstraße 40Frieden und Versöhnung – Wie geht das?„Christus ist unsere Versöhnung“ steht mittig auf der Ikone, die Pax Christi International 1999 nahe Jerusalem in Auftrag gegeben hat. In einem Konfliktszenario, das damals noch nicht so zugespitzt und verfahren erschien wie heute, stellte diese Ikone biblische Szenen der Versöhnung zusammen, die auch heute noch Wege zum Frieden aufzeigen können. Wie können solche Wege heute aussehen – für Menschen in Palästina und Israel, in der Ukraine und Russland, in vielen anderen Kriegsgebieten dieser Erde? Und wie können schließlich wir persönlich Frieden und Versöhnung gestalten? Ausgehend von unseren je eigenen Erfahrungen von Konflikt und Unfrieden wollen wir diesen Fragen an diesem Wochenende nachgehen:mit Hilfe der Bibel, Bildern der pax christi-Ikone sowie der Friedenstheologie (Stefan Silber)mit alter Musik und hoffnungsvollen Geschichten (Verena Nerz)mit Eindrücken und Erfahrungen aus einem Friedensdorf in Israel (Ulla Philipps-Heck)in der Meditation, im Austausch untereinander und mit den Referent:innen.Referent:innenVerena Nerz (Reutlingen) ist Logopädin, Geistliche Begleiterin und Multiinstrumentalistin. Sie ist Mitglied bei pax christi Rottenburg-StuttgartDr. Ulla Philipps-Heck (Denzlingen) ist pensionierte Lehrerin, promovierte über das Friedensdorf Neve Shalom – Wahat al-Salam in Israel und ist Vorsitzende des Freundesvereins dieses Dorfes.Dr. Stefan Silber (Würzburg) ist Professor für Didaktik der Theologie mit Schwerpunkt Friedenstheologie, Mitglied des Diözesanvorstands von pax christi Würzburg und des Wissenschaftlichen Beirats von pax christi Deutschland Die Teilnahmegebühr beträgt 100 Euro und umfasst Unterkunft, Verpflegung sowie das Seminarprogramm Anmeldung und weitere Informationen: markus.weber@seelsorgeamt-freiburg.de |
| 21.02.2026 I 10:00 UhrBerlin Evangelisches Zentrum Berlin Georgenkirchstr. 69/70Frieden stiften aber wie?Ökumenischer StudientagDer Konvent der Ökumenebeauftragten im Sprengel Berlin und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin laden alle Interessierten herzlich ein zum alljährlichen Ökumentreffen. Programm10:00 Uhr Begrüßung10:15 Uhr Bibelteilen11:15 Uhr Schwerpunktthema: Frieden stiften, aber wie? Die neue Friedensdenkschrift der EKD. Mit: Dr. Friederike Krippner, Direktorin der Evangelischen Akademie zu Berlin und Co-Vorsitzende des Redaktionsteams der FriedensdenkschriftDr. Stefan Silber, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von pax christi Deutschland 13:00 Uhr Mittagspause mit Imbiss 14:00 Uhr Gesprächsgruppen zum Erfahrungsaustausch Vertiefung: Austausch zur EKD-Friedensdenkschrift, mit Dr. Friederike Krippner, Co-Vorsitzende des Redaktionsteams der Friedensdenkschrift Im Fokus: Christlicher Pazifismus, mit OKRin i.R. Antje Heider-Rottwilm, Church and Peace Wieder aktuell: Wehrdienst und Verweigerung, mit Pfarrer Dr. Jan Kingreen, Friedensbeauftragter der EKBO Aus der Praxis: Ökumenische Friedensarbeit vor Ort, mit Matthias Kern aus der Pfarrei St. Hildegard von Bingen Frieden um jeden Preis? Die Perspektive der Kirchen Mittel- und Osteuropas, mit Pfarrer Dr. Dr. Vlado Kmec, Mittel- und Osteuropa-Referent der EKBO Ökum. Zusammenarbeit in neuen Strukturen, mit Bernd Streich, Vorsitzender Sachausschuss Ökumene und interreligiöser Dialog 15:00 Uhr Impulse aus den Gesprächsgruppen15:15 Uhr Informationen aus der Ökumene15:30 Uhr Friedensgebet16:00 Uhr Ende Anmeldung über diesen Link |
| Kontakt pax christi – Deutsche Sektion e.V. Feldstraße 4, 13355 Berlin Tel. 030.200 76 78 0 sekretariat@paxchristi.de www.paxchristi.de |
