Solidarität mit Weltrat der Kirchen im Israel- Palästina- Konflikt

In Deutschland ist bisher kaum bekannt geworden,dass der Oekumenische Rat der Kirchen und der Rat der Kirchen im Nahen Osten am 8. Mai 2020 gemeinsam die Europäische Union aufgefordert haben, sich den aktuellen Annexionsplänen der israelischen Regierung entgegen zu stellen.

Eine Annexion besetzter palästinensischer Gebiete im Westjordanland müsse
mindestens so konsequent von der Europäischen Union beantwortet werden wie
die russische Annexion der Krim, heißt es in einem Brief an die Außenminister der EU. Die einseitige Annexion eines zusätzlichen Teils des Territoriums, das dem palästinensischen Volk verbleibt, werde nicht zu Frieden und Gerechtigkeit führen, sondern zu noch mehr Ungerechtigkeit und zusätzliche Spannungen.
Falls der Staat Israel die geplante Annexion vollzieht, müsse die Europäische Union ihr Assoziationsabkommen mit Israel aussetzen. Die EU dürfe sich nicht durch Nichthandeln zum Komplizen der israelischen Pläne machen.
Der Oekumenische Rat der Kirchen und der Rat der Kirchen im Nahen Osten fühlen sich dem Ziel eines gerechten Friedens für alle Menschen im Heiligen Land verpflichtet, heißt es in ihrem Schreiben an die Europäische Union.

Diesen Forderungen an die Europäische Union schließen wir uns ohne Vorbehalte an.
Wenn wir uns für Frieden und Gerechtigkeit, für die Einhaltung der Menschenrechte und des Völkerrechts im Nahen Osten einsetzen, dann schließt das für uns, auch ohne jeden Vorbehalt, das Existenzrecht Israels ein. Dass wir diesen für uns selbstverständlichen Satz hinzufügen, macht uns selbst schmerzlich deutlich, dass fast jeder, der sich zur Krise Israel- Palästina öffentlich äußert, sich in einem Klima von Verdacht und Verunsicherung wiederfindet. Dieses Klima wollen wir aber überwinden.

Heino Falcke, Erfurt, Joachim Garstecki, Magdeburg, Heiko Lietz, Schwerin, Almuth Berger, Ruth und Hans Misselwitz, Elisabeth und Konrad Raiser, Gudrun und Gerhard Rein, Andreas Zumach, Berlin

Am 2.Juni 2020